Torchlight II – ein erster Eindruck

Derzeit kommen wir ja alle nicht so viel zum Spielen. Mich verschlägt es außerdem zu den Werktagen immer nach Berlin, so dass ich nur den Laptop bei mir habe.
Am Wochenende spielte ich dann wie schon die letzten Male Risen II. Es beschäftigt mich jetzt schon gute 40-50 Spielstunden und macht mir mehr Spaß als ich nach so manchem Review haben sollte. Dann aber kam ich dem Ende so nahe, dass ich mich entschied, erst einmal aufzuhören (ist eine Macke, glaube ich) und das Steam-typische Spielevorschlagsfenster ploppte auf und zeigte mir:
Torchlight II – für knapp 19€.
“Oh Mann, das ist unschlagbar günstig”, dachte ich mir und kaufte es quasi blindlinks. Die folgenden Stunden wurde ich dafür aber auch belohnt.
Grafisch hat sich beim zweiten Teil zwar – wenn überhaupt – nicht viel getan, alles ist wie gewohnt in der knuffigen WoW-Optik (wenn ich das mal so nennen darf) gehalten. Verbessert hat sich meiner Meinung nach aber die Liebe zum Detail.
Vor allem was die Animationen angeht, erfreute ich mich an besonderen Feinheiten. Zum Beispiel der zu Beginn eines Kampfes mit einem Schwert an die Wand gepinnte Skelettkrieger, der dann irgendwann erst mit der einen, dann mit der anderen Hand den Griff ertastete und sich selbst befreite um mich danach direkt anzugreifen. Oder der kleine Hund, den man neben sieben anderen als Haustier haben kann, und der auch schon mal seinen eigenen Schwanz jagt.
Abseits von Grafik und Animation fiel mir auch noch eines entscheidend auf: Es geht beim zweiten Teil des Action-Rollenspiels ziemlich schnell zur Sache. Die Anzahl der Gegner fühlt sich deutlich höher an, die Übersicht geht entsprechend früher schon verloren, aber das sind wir ja irgendwie von diesem Genre gewohnt. Trotz allem ist es bisher aber ziemlich einfach gewesen, all die Horden zu beseitigen, womit der Mauskiller weiter nach alter Manier an den Genrebruder Diablo anknüpft.
Hier meine ich vorallem Diablo II – womit sich Torchlight II am ehesten vergleichen lässt. Dazu passt auch der relativ aufwendige Fertigkeitenbaum, welcher aber leider keine untereinander abhängigen Fertigkeiten aufweist, wie ich sie lieben lernte, als sie damals mit dem Patch 1.09 bei Diablo II LOD dazu kamen. Eine große offene Oberwelt mit Regionen in denen überall Dungeons verteilt sind, knüpft am Konzept weiter an. Verbessert hat sich hier eine Level-Anzeige vor jedem Abschnitt, die die zu erwartende Levelspanne der dort ansässigen Gegner anzeigt. Charaktere, die vor dem “Eingang” stehen und zu schwache Spieler warnen gibt es aber noch immer, was die Atmosphäre aufwertet. Bisher war es auch immer so, dass der Questboss in einem eigenen Abschnitt war, so dass man sich auf den finalen Kampf auch immer gut vorbereiten konnte.
Das alles gibt es in Diablo III ja vielleicht auch, keine Ahnung. Einen Vergleich mit Diablo III dürfen gern andere versuchen, ich jedoch boykottierte es aufgrund der “Politik” des Spielemachers bisher.
Einige Dinge in der Spielmechanik unterscheiden sich aber auch zum Vorgänger. So gibt es schon von Anfang an einen großen Haufen magischer und sogar besonders seltener Gegenstände – die scheinbar gar nicht mehr so selten sind. Ich bin mir sicher, dass es die wirklich seltenen Gegenstände noch immer gibt, aber der inflationäre Auswurf von magischen Gegenständen fühlt sich zu Beginn seltsam an. So hatte ich in den wenigen Stunden sogar schon zwei komplette (wenn auch billige) Sets ausgerüstet und zwei oder drei Gegenstände eines anderen Sets gar nicht erst benutzt.
Die Häufung kommt damit einher, dass ein Set-Helm oder eine Set-Rüstung hier auch keine spezielle Grafik mehr hatte, viel mehr fand ich sogar parallel zwei sonst völlig verschiedene Helme, die das gleiche Set-Attribut hatten. Zu diesem Thema sollte man aber wohl erst urteilen, nach dem man einige Stunden mehr gespielt hat als ich bisher.
Die meiner Meinung klaren Verbesserungen gegenüber Diablo II, die es schon im ersten Teil gab, gibt es noch immer. So kann man wieder die Gems von den gesockelten Gegenständen lösen. Man hat hierbei die Wahl, die Gems oder den Gegenstand zu zerstören. Außerdem kann man seine Fertigkeitenpunkte zurücksetzen, dieses Mal jedoch nur die drei zuletzt gesetzten.
Abgeschafft wurde das aufwerten von Gems, indem man drei identische zu einem nächsthöheren vereint. Passend dazu wurde auch einer der Hinweise in den Ladebildschirmen verfasst, der sagt, dass man die Gems nicht aufsparen sollte, da das Wissen um die Technik der Aufwertung seit dem letzten Mal verloren ging.
Mehr kann ich erst mal nicht zu Torchlight II sagen, nur dass mein Fazit auf alle Fälle ein grundlegend sehr positives ist. Ich hoffe nur, dass die Magie-Inflation den Sammlertrieb nicht stört.