Torchlight 2 – immer noch gut

Wie ich schon in meinem ersten Artikel zu Torchlight II erklärte, hatte ich noch nicht wirklich viel zum Spiel sagen können. Das hat sich nun nach einigen Stunden ingame aber geändert. Eines ist unverändert: Der Spielspaß und die Langzeitmotivation.
Torchlight 2 ist eindeutig ein würdiger Nachfolger zum ersten Teil und auch ein würdiger Bruder für Diablo 2, der sich mit Diablo 3 locker messen kann. Es scheint auch fast so, als möchte Runic Games mit der Torchlight-Reihe den gleichen Pfad ablaufen, den Diablo damals ging. Im ersten Teil gab es den einen Ort und es ging einfach immer weiter nach unten. In Diablo 2 hatte man auf einmal mehrere Orte und man ist der Verwüstung von einem Ort zum anderen nachgeeilt, um ihre Quelle am Ende zu stellen und zu vernichten.
Das gleiche Spiel treibt man nun in Torchlight 2 und man treibt es bis zum Exzess. Jedes Mal wenn man einen neuen Ort erreicht, war der vom bösen Herzen Ordraks besudelte Alchemist gerade schon da, aber ist gerade eben so weit weg, dass man ihm nicht direkt folgen kann.
Nun will ich mich aber nicht all zu sehr am Levelablauf aufhalten. Viel interessanter ist doch am Ende der Wiederspielwert. Der war es doch, was uns Diablo-Fans dazu brachte, auch nach Jahren noch einmal den verstaubten Karton unserer Diablo-Special-Edition aus dem Schrank zu kramen und noch einmal die Vielfalt des Skilltrees und die Sammelwut auszukosten.
Die facettenreichen Charaktere bei Torchlight 2 lassen fast keine Wünsche offen. Runic Games hat es mit nur vier Charakteren sogar geschafft quasi alle Möglichkeiten der zuletzt sechs Charaktere in Diablo 2 – Lord of Destruction abzudecken! So kann ich einen Barbar natürlich vor allem als Nahkämpfer sinnvoll ausbauen, aber reichen die Möglichkeiten hier vom trägen hammerschwingenden Panzer bis zur superflinken Assassine mit zwei Klauenwaffen. Genau so verhält es sich beim Embermage. Der kann natürlich nur wirklich gut mit den Elementarkräften umgehen. Das aber problemlos auch als kampfstabschwingender Nahkämpfer.
Der Outlander ist das Pendant zum schießwütigen Vanquisher im ersten Teil und kann von Bogen und Armbrust über Schrotflinte bis hin zu Revolvern alles bedienen (und mit einer Fähigkeit zum Maschinengewer machen!), aber beispielsweise auch eine ganze Armee Minions beschwören. Zu guter Letzt gibt es noch den Engineer, der wohl am ehesten dem Palladin aus Diablo 2 entspricht. Er kann aber auch Maschinen zur Verteidigung bauen und zieht große Schraubenschlüssel den Schwertern vor.
Auch toll finde ich die Aufmachung der spielbaren Charaktere. Vor allem dem Barbaren sieht man seine Kampfeslust am schiefen Grinsen und der Gestik sehr gut an.
Alles in allem bin ich nach wie vor sehr zufrieden mit dem, was Torchlight 2 anbietet und könnte mir – um weiter den Weg seines Vorfahren Diablo 2 zu gehen – sehr gut ein LOD-Pendant als Add-On dafür vorstellen. Am liebsten noch dazu Synergien zwischen den einzelnen Fertigkeiten.